Waldsolms optimiert seine Wasserversorgung

1500 Meter Rohrleitung im Kabelpflugverfahren verlegt

Waldsolms (ho) Die Gemeinde Waldsolms optimiert ihre Wasserversorgung. Eine Fachfirma hat am 5. August rund 1.500 Meter Rohrleitung mit dem sogenannten "Kabelpflugverfahren" in vier Stunden vom Schachtbrunnen Kröffelbach zum Hochbehälter Brandoberndorf verlegt.

Auf Basis einer umfangreichen Studie aus 2014, hat die Gemeinde Waldsolms nun den ersten Schritt im Hinblick auf die nachhaltige Sicherstellung der Wasserversorgung in die Tat umgesetzt. Die wichtige Verbindung zwischen dem sehr leistungsfähigen Schachtbrunnen in Kröffelbach zum Hochbehälter Brandoberndorf steht kurz vor der Fertigstellung.
Es wurde eine etwa 1.500 Meter lange überörtliche Verbindungsleitung teilweise in offener Bauweise und zum großen Teil in der kostengünstigen Form des "Einpflügens" realisiert. Die Kosten belaufen sich auf rund 200.000 Euro.
In den kommenden Tagen werden die Arbeiten für die notwendigen Einbindungen  an das bestehende Systhem vorgenommen. Die Maßnahme wurde exakt nach Bauzeitenplan umgesetzt, mit der Inbetriebnahme der neuen Leitung kann bis zum Herbst 2015 gerechnet werden.

Für 2016 ist der nächste Schritt in Planung und zwar die wichtige Verbindung vom Wasserleitungsnetz Kraftsolms zum Schachtbrunnen Kröffelbach. Das mittelfristige Ziel ist die Realisierung eines Gesamtverbundsysthems, mit dem die Gemeinde erstmalig in der Lage sein wird, Wasser überörtlich zu verteilen und damit Schwachstellen zu kompensieren. Einhergehend mit der Verlegung der neuen Wasserleitungen, soll ein modernes, gemeindeeigenes INTRA-NET, bestehend aus Steuerungs- und Datenfernübertragungskomponenten, sukzessive mit realisiert werden. Auch dies dient einer nachhaltig optimalen und schonenden Bewirtschaftung des Grundwasservorkommens.

KABELPFLUGVERFAHREN
Beim Kabelpflugverfahren wird der Pflug mit Hilfe einer Seilwinde von einem geländegängigen Zugfahrzeug, das mit einem Abstützschild versehen ist, gezogen. Um Geländeunebenheiten auszugleichen ist der Verlegepflug mit vier allseitig verstellbaren Auslegern und hydraulisch regulierbaren Gummirädern ausgerüstet. Das Pflugschwert wird am Trassenbeginn in eine "Startgrube" auf Höhe der Verlegetiefe eingesetzt. Durch die Zugkraft der Seilwinde verdrängt das Pflugschwert das Erdreich und eventuell vorhandene Steine im Bereich der Leitungszone. Dadurch entsteht ein Hohlraum, in dem die Leitung spannungsfrei in der gewünschten Tiefe abgelegt wird. Der Pflug ist dabei in der Lage mehrere Leitungen sowie Trassenwarnbänder in einem Arbeitsgang zu verlegen.

Text und Fotos:Hans Werner Homberg

Quelle:https://www.waldsolms.de/news/1/294730/nachrichten/waldsolms-optimiert-seine-wasserversorgung.html